“Kommunikation findet aus dem Bauch heraus statt”

Anja Weichselbaum ist Marketingmanagerin in der Unternehmensberatung MSR Consulting, Spezialist für das Management von Kundenbeziehungen, Vertrieb und Service. Für das Unternehmen sind rund 50 feste Berater tätig.

Frau Weichselbaum, wie definieren Sie Nachhaltigkeit?
Etwas über einen längeren Zeitraum zu bewirken, was auf langfristig ausgerichteten Werten beruht.

Welche Rolle spielen ökologische und soziale Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg?
Meiner Meinung nach werden diese Faktoren in Zukunft vermehrt entscheidend für den ökonomischen Erfolg sein. Sie bedingen und unterstützen sich gegenseitig.

Nennen Sie bitte die drei wichtigsten Stakeholder für Ihr Unternehmen.
Gesellschafter, geschäftsführende Partner, potentielle Mitarbeiter.

Halten Sie Transparenz in der internen und externen Kommunikation für richtig?
Ja, sie stellt die Grundlage für Vertrauen dar.

Wie sieht es mit der Einheitlichkeit der Botschaften aus?
Aus inhaltlicher Sicht glaube ich an die Bedeutung von einheitlichen Botschaften. Formulierung und „Verpackung“ müssen aber an die jeweiligen Zielgruppen angepasst werden.

Wie wird in Ihrem Unternehmen die Kommunikation organisiert?
Wir besitzen keine eigene Vertriebsabteilung. Hierfür sind die Partner und alle Mitarbeiter gleichermaßen verantwortlich. Die interne Kommunikation wird über die Partner organisch gesteuert – in Form von kleinen und großen Meetings. Das Marketing liegt in meiner Hand.

Ist Kommunikation bei Ihnen Chefsache?
Nein, wir verstehen sie eher als Instrument. Kommunikation findet aus dem Bauch heraus statt – sehr viel über den direkten Kontakt zwischen den Mitarbeitern und den Partnern.

Inwieweit gelingt es Ihrem Unternehmen, einheitlich zu kommunizieren?
In Grenzen. So stimmt sich jeder Partner eigenständig mit mir über seine Ziele und Maßnahmen ab. Anschließend sorge ich dafür, dass sich die gefühlt vorhandene Kultur in der Kommunikation wiederfindet.

Wie halten Sie es mit der Ökologie?
Ist bei uns im Unternehmen aktuell kein Thema. Aber ich bedrucke zum Beispiel alle Blätter beidseitig.

Wie bewerten Sie den OCC-Ansatz?
Ich teile den Ansatz, speziell die zentrale Verankerung als Stabstelle. Ob er sich umsetzen lässt, hängt aber zentral davon ab, ob die Unternehmensführung Kommunikation als Teil der Unternehmensstrategie versteht.

Ist Nachhaltigkeit nur ein Trend oder wird sie die Gesellschaft grundlegend verändern?
Aktuell wirkt sie mehr wie ein Trend. Langfristig wird sie aber immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Menschen werden einsehen, dass es ohne soziale und ökologische Verantwortung nicht weitergeht.

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